Impfungen

Allgemeine Hinweise

Alle Impfungen dürfen von jedem Arzt vorgenommen werden. Die Dokumentation der Gelbfieber-Impfung im Internationalen Impfpass ist im Internationalen Reiseverkehr nur gültig, wenn sie von einer staatlich zugelassenen Impfstelle durchgeführt wurde.

Impfvorschriften

Hierbei geht es in erster Linie um die Impfung gegen Gelbfieber, selten um andere (wie z.B. Cholera, Meningitis), die - unabhängig von der medizinischen Indikation - bei Ein-/ Ausreise von bestimmten Ländern verlangt werden. Die Vorschriften richten sich nach der Reiseroute; meist werden sie nur bei Einreise aus Infektions- bzw. Endemiegebieten wirksam, d.h. nicht bei Direktflug zwischen Europa und dem betreffenden Land. Zwischenaufenthalte, auch im Transit, können aber eine Impfpflicht bedingen. Gelegentlich kann die Praxis vor Ort von den offiziellen Bestimmungen abweichen. Achten Sie immer auf die entsprechenden Angaben bei den einzelnen Ländern im Menü "Länderinformationen" oder "aktuelle Meldungen". Im Zweifelsfall sollte man impfen, um dem Reisenden Schwierigkeiten und Risiken zu ersparen. Vorgeschriebene Impfungen müssen im Internationalen Impfpass eingetragen sein.

Impfempfehlungen

Sie dienen primär dem Schutz des Reisenden. Einige Empfehlungen gelten allgemein, z.B. Tetanus, Diphtherie, Polio sowie für Länder mit Hygienemängeln Hepatitis A, andere nur für bestimmte Risikobedingungen, die bei der Indikationsstellung zu berücksichtigen sind, z.B. Typhus, Tollwut, Meningokokken-Krankheit, Japanische Enzephalitis, FSME, Grippe, Pneumokokken. Gegen Hepatitis B sollten Kinder, Jugendliche sowie Personen aus Risikogruppen It. STIKO geimpft sein; bei Ländern mit höheren HBsAg-Prävalenzen It. WHO ist die Hepatitis B unter"Besondere Risiken" aufgeführt. Dessen ungeachtet ist ein Immunschutz für alle Menschen wünschenswert. Das gilt auch für die Masern. Der Impfschutz gegen Poliomyelitis sollte anlässlich einer Reise überprüft und ggf. aufgefrischt werden. Eine Impfung gegen Tuberkulose wird derzeit in Deutschland prinzipiell nicht empfohlen.

Impfplan

Die Aufstellung des Impfplanes erfolgt nach Indikation, Zeit, Priorität und Wirkdauer; detaillierte Hinweise zu Impfabständen finden Sie nachstehend. Sofern eine Gelbfieberimpfung indiziert ist, sollte man mit dieser beginnen.

Zeitabstände

Attenuierte Erreger (Lebendimpfungen)

Grundregel (STIKO):
simultan (am gleichen Tage) oder Mindestabstand von 4 Wochen
Voraussetzung:
Reaktion der vorangegangenen Impfung muss vollständig abgeklungen                                     und Komplikationen dürfen nicht aufgetreten sein.
Ausnahmen:
Typhus oral: keine Zeitabstände zu anderen Impfungen oder Immunglobulinen erforderlich.

Inaktivierte Erreger, Antigenbestandteile oder Toxoide (Totimpfungen)

Keine Zeitabstände untereinander, zu Lebendimpfungen oder zu Standard-Immunglobulinen erforderlich. Bei Gabe spezifischer Immunglobuline in Zusammenhang mit der entsprechenden Impfung (z.B. Tollwut) Hinweise bei den einzelnen Impfstoffen bzw. in den Fachinfos beachten!

Immunglobuline ("passive" Immunisierung)

Nach homologen Immunglobulinen Mindestabstand zu parenteralen Lebend-Virus-Impfstoffen 3 Monate, bei umgekehrter Reihenfolge in der Regel 2 Wochen (bei Gelbfieber 1 Woche). Zu Totimpfungen keine Abstände erforderlich (Ausnahmen bei Hyperimmunglobulinen s.o.)

Grundimmunisierung und Zeitabstände

Sind zum Aufbau einer Grundimmunisierung - egal ob attenuiert oder inaktiviert - mehrere Einzelimpfungen erforderlich, sollen die hierfür angegebenen Mindestabstände nicht unterschritten werden. Dagegen gibt es keine unzulässigen Maximalabstände. Jede Impfung zählt. Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden (nach STIKO 2003). Für die Anwendung dieser Regel auf Impfungen gegen FSME, Japanische Encephalitis und Tollwut gibt es allerdings keine ausreichenden Daten.

Impfrisiken

"Der Aufklärung über das einer Impfung anhaftende Risiko und das weitaus größere Risiko, nicht geimpft zu sein, kommt in der ärztlichen Praxis hohe Bedeutung zu" (STIKO 2004). Die wichtigsten "Unerwünschten Arzneimittel-Reaktionen UAR", früher Nebenwir­kungen genannt, sind unter der Spalte "Impfrisiko" bei den einzelnen Impfungen angesprochen. Hier sind ggf. auch Krankheitserscheinungen aufgeführt, deren ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung ungeklärt oder hypothetisch ist. Ausführliche Angaben finden Sie bei der STIKO und in den Gebrauchsinformationen der jeweiligen Hersteller.